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Archiv für Januar, 2011

Deutschland, einig Mythenland – Teil II

30. Januar 2011 Keine Kommentare
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cc by wikimedia / KĂŒhn

Im Teutoburger Wald stehen in einer sonst recht felsarmen Gegend die 13 Externsteine. Sie sind jeweils ungefĂ€hr 40 Meter hoch und sehen aus, als wĂ€ren sie aus einzelnen Felsplatten aufgeschichtet worden. Wie diese Kolosse errichtet wurden und was sie zu bedeuten haben, weiß niemand so genau. Man vermutet, dass sie durch Erdplattenverschiebungen vor etwa 70 Millionen Jahren entstanden sind. Die lange Existenz der Steine hat bereits Spuren hinterlassen: in den sehr harten Sandstein hat sich die Wollsack-Verwitterung eingegraben. Die Steine sehen deshalb wirklich aus wie aufgetĂŒrmte WollsĂ€cke. Im 12. Jahrhundert hat ein Bischof eine der Höhlen als Kapelle benutzt und Felsbilder hinterlassen.

Höhlen mit Geschichte gibt es auch in Bayern: die Ofnethöhlen befinden sich bei Nördlingen und sind durch das langsame Auflösen von Gesteinsschichten entstanden. Zwei Höhlen davon haben sich ganz besonders hervorgetan: in beiden wurden insgesamt 34 SchĂ€del von MĂ€nnern, Frauen und Kindern angefunden, teilweise sogar noch mit Teilen der HalswirbelsĂ€ule. GrundsĂ€tzlich sind solche Funde nichts Außergewöhnliches, doch diese Knochen zeigten starke Spuren von Gewaltanwendung auf und waren alle kreisförmig angeordnet und mit dem „Blick“ nach Westen ausgerichtet. Diverse HirschzĂ€hne und Schnecken schmĂŒckten diese bizarre GrabstĂ€tte. Man geht davon aus, dass die SchĂ€del von Massaker-Opfern stammen. Mittlerweile ist von den SchĂ€deln zwar alles aus der Höhle geborgen worden, komisch wird Besuchern aber trotzdem, wenn sie sich an den Ort des Grauens begeben.

Fans von Mythen und erstaunlichen NaturphÀnomenen brauchen deshalb nicht teure Auslandsreisen vorzunehmen, sondern sollten sich einfach in ihrem Heimatland umschauen. Es gibt allerlei zu entdecken. Und vielleicht finden Sie ja bei Ihrer Tour den nÀchsten Kornkreis?

Deutschland, einig Mythenland – Teil I

30. Januar 2011 Keine Kommentare
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cc by wikimedia / Angelboer

Kornkreise gibt es nur in Amerika? Unheimliche Göttermythen haben ihren Ursprung in Asien? Wer kuriose und erstaunende Naturereignisse nur im Ausland erwartet, liegt falsch, denn auch Deutschland hat in Sachen Mythen einiges zu bieten.

Das deutsche Pendant zum englischen Stonehenge steht in Sachsen-Anhalt, bei Goseck. Wissenschaftler gehen davon aus, dass es 4800 v. Chr. gebaut wurde und als Sonnenobservatorium dient. Die gesamte Anlage umfasst ein Areal von 6000 Quadratmetern und besteht aus zwei Palisadenringen, die von einem Graben umschlossen werden. Durch drei Tore Richtung Norden, SĂŒdosten und SĂŒdwesten wurde der Himmel betrachtet und anhand dieser Beobachtungen die richtigen Zeitpunkte fĂŒr Ernte und Aussaat bestimmt. Aber es wurden bei Goseck auch abgeschabte Menschenknochen gefunden. Das Observatorium diente also anscheinend auch als Platz fĂŒr Opfergaben und heidnische Riten.

Auch die Nordsee war nie ungefĂ€hrlich. Am 16. Januar 1362 riss eine Sturmflut die Stadt Rungholt, gelegen zwischen Nordstrand und Pellworm, mit sich und hinterließ ein Atlantis des Wattenmeers. Lange Zeit galt dies nur als Mythos, in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde aber die Existenz der Stadt durch archĂ€ologische Funde belegt. Der Legende nach wurden die durch den Fischfang vermögenden Rungholter blasphemisch und spielten dem Pfarrer ĂŒbel mit. Daraufhin versenkte Gott ganz Rungholt im Meer. Überlebt haben sollen nur zwei kleine MĂ€dchen, die sich zum Zeitpunkt der Sturmflut  nicht in Rungholt befanden, und der Pfarrer, der in einem Traum von Gott gewarnt worden war und daraufhin die Stadt verließ. Im Nordseemuseum Husum kann man die FundstĂŒcke aus Rungholt besichtigen.

Reisen online buchen

23. Januar 2011 Keine Kommentare
reisen online buchen 300x225 Reisen online buchen

cc by wikimedia / Schwartz

Es soll Menschen geben, die gehen immer noch in ReisebĂŒros, lassen sich beraten und buchen dort ihren Urlaub. Der Großteil der Touristen, vor allem junge Urlauber, bevorzugt aber eine Buchung ĂŒbers Internet. Schnell, unkompliziert und individuell kann man so bequem vom heimischen Schreibtisch aus die schönsten Wochen im Jahr planen.
Leider lassen sich aber auch die Hotels nur im Internet anschauen und es besteht so keine Garantie, dass einen tatsÀchlich das erwartet, was man auch gebucht hat.

Abhilfe schaffen bei solchen Zweifeln Hotelbewertungsportale im Internet. Das wohl bekannteste ist holidaycheck.de. Hier haben sich Urlauber zu einer großen Community zusammen gefunden und bewerten besuchte Hotels weltweit. Unter verschiedenen Gesichtspunkten werden diese mit bis zu fĂŒnf Sternen bestĂŒckt: Hotel, Zimmer, Service, Lage & Umgebung, Gastronomie, Sport & Unterhaltung und Weiterempfehlung. Anhand von mehr oder weniger ausfĂŒhrlichen Berichten werden die vergebenen Sterne zusĂ€tzlich erklĂ€rt und erlĂ€utert, was besonders ge- und missfallen hat.
LĂ€sst man sich auf diese Bewertungen ein sollte man darauf achten, möglichst aktuelle Berichte zu lesen. Teilweise wurden Hotels restauriert, renoviert und grundlegend ĂŒberarbeitet und etwaige Kritikpunkte sind damit veraltet.

Neben diesen subjektiven Bewertungen bietet holidaycheck gleichzeitig Buchungsmöglichkeiten ĂŒber verschiedene Reiseanbieter an. Der Preisvergleich ist damit unmittelbar möglich, ohne dass man sich durch Kataloge oder Portale blĂ€ttern muss. BerĂŒcksichtigt werden selbstverstĂ€ndlich auch Last-Minute-Rabatte und FrĂŒhbucherpauschalen. In den meisten FĂ€llen ist der Preis attraktiver als der einer identischen Buchung im ReisebĂŒro. Man spart so mit einer Online-Buchung nicht nur Zeit und Nerven, sondern auch noch bares Geld.

Reisen vom Discounter

23. Januar 2011 Keine Kommentare
reisen vom discounter 300x225 Reisen vom Discounter

cc by wikimedia / Rockerchi379

Deutschlandweit gibt es keinen Discounter mehr, der sich allein auf den Verkauf von Lebensmitteln beschrĂ€nkt. Angeboten werden auch Elektronik, Telefonie, Strom und sogar Reisen. Alles zu einem sehr angenehmen Preis. Sollte es einmal nicht den eigenen Erwartungen entsprechen, tauscht man das Produkt einfach um. Nur den Urlaub muss man so nehmen, wie er kommt. Aber bekommt man fĂŒr das kleine Geld ĂŒberhaupt viel Urlaub?

Zwei NĂ€chte im Vier-Sterne Hotel mit FrĂŒhstĂŒck fĂŒr 89 Euro. Eine Reise ins fĂŒnf Sterne All-inclusive-Hotel in der TĂŒrkei: acht Tage kosten nur knapp 400 Euro. Bei diesen Preisen wird manch einer skeptisch und erwartet den Super-GAU, wenn er im Hotel angelangt ist. Kein Meerblick wie versprochen, das Essen nicht genießbar, das Personal streikt. Überraschenderweise kommen aber viele Urlauber mit durchaus positiven Erfahrungen zurĂŒck. Aber wie kann ein Lebensmitteldiscounter fĂŒr den Preis ĂŒberhaupt Reisen verkaufen?

Das Zauberwort heißt Restkontingente. Das heißt: Es gibt Zeiten, in denen sind Hotels nicht besonders gefragt. Im Sommer leiden meist die Stadthotels, im Winter die großzĂŒgigen Anlagen am Mittelmeer. Damit die Betriebe keine roten Zahlen schreiben, bieten sie ihre Zimmer zu so reizvollen Preisen an, dass der Urlauber auch im Winter an die Adria fahren, oder im Sommer ein Wochenende in Berlin verbringen möchte. Die Hotels machen damit gerade so viel Gewinn, dass sie ihre Ausgaben decken können. Reiseveranstalter, in dem Fall Lidl, Aldi und Co., kaufen diese Restkontingente in großen Mengen auf und geben sie fĂŒr wenig Geld an ihre Kunden weiter – das gleiche Prinzip wie bei Lebensmitteln.